Die Gülser Brücke


Erbaut 1878/1879

Zerstört 1944
Wiederinbetriebnahme 1949

Der Fußgängersteg
Auszug aus einem Vortrag von Hans Geißen. Arbeitskreis Moselweißer Ortsgeschichte.
Wenn man von Güls nach Moselweiß wollte, nahm man die Fähre. Bei Hochwasser und Eisgang konnte die Fähre aber nicht fahren. „Wenn man also über die Eisenbahnbrücke gehen könnte, wäre das eine Tolle Sache“ so dachte man.
Schon 1876, als die Brücke noch in der Planung war, bemühte sich der Gülser Gemeinderat, zu erreichen, dass die Eisenbahnbrücke auch von Fußgängern benutzt werden konnte. Die Kosten sollten von den Orten Güls und Moselweiß aufgebracht werden. Der Moselweißer Rat entschied sich gegen den Fußweg, da die Kasse schon durch den Kauf der Zigarrenfabrik für die Schule leer ware. (Das war die alte Schule, die Ende der 1960er Jahre abgerissen wurde) Da man sich über die Kosten nicht einig wurde, gab es keinen Fußgängerweg über die Brücke.
Die Moselbahn wurde zuerst nur eingleisig ausgebaut. Aus diesem Grund gab es eine Erlaubnis die unbenutzte Hälfte der Brücke für Fußgänger zu benutzen. Hierzu wurden Rampen genutzt die unterhalb der Brücke zur Verfügung standen. (Also auf der anderen Brückeseite als heute) Ein Brückenwärter sicherte den Brückenweg.
Das ging wohl so zwei Jahre lang nach der Eröffnung der Moselbahn, bis 1881 das zweite Gleis gebaut wurde. Es fanden Verhandlungen, unter anderen mit den Gemeinden Güls und Moselweiß statt. Erlaubt wurde danach die Benutzung bei Hochwasser und Eisgang. Natürlich nur wenn kein Zug das Gleis benötigte.
Zuerst gab es zur Sicherung nur ein Gittertor auf der Gülser Seite, später wurde ein weiteres Tor auf der Moselweißer Seite zwischen den Brückentürmen errichtet.
1904 überlegte es sich der Minister für öffentliche Arbeiten anders und zog die Genehmigung zur Nutzung der Brücke für Fußgänger zum 1. Mai 1906 zurück
Es wurden unverzüglich Verhandlungen mit den zuständigen Ämtern aufgenommen. Einziger Lösungsvorschlag war die Errichtung eine Füßgängersteg. Kosten 80.000 Mark.
Da die Bahn ja die Kosten für das Sicherungspersonal einsparen konnte, war man nur bereit einen kleinen Zuschuß zu gewähren. Da man sich wieder nicht über die Kosten einig wurde, wurde nichts aus dem Fußgängersteg.
Das ärgerte die Gülser derart, das Sie 1909 einen „Verein zur Hebung der Ortsinteressen in Güls“ gründeten. Das oberste Ziel des Vereins bestand darin, eine feste Brücke über die Mosel nach Moselweiß zu erstellen. Hierzu kam es jedoch nicht.

Fast 50 Jahre hatte die Brücke in ihrer ursprünglichen Form dem Eisenbahnverkehr gedient, aber die ständige Zunahme des Zugverkehrs, die größeren Achslasten und die Einführung neuer Berechnungsgrundlagen für Eisenbahnbrücken machten es notwendig, entweder eine Verstärkung der vorhandenen Überbauten oder einen kompletten Umbau vorzunehmen.
1926 wurde eine neue Brückenkonstruktion auf den vorhandenen Pfeilern errichtet und die Brückentürme abgerissen.

Im Zusammenhang mit dem Umbau der Brücke 1925/26 wurde das Thema Fußgängerbrücke wieder aktuell. Nachdem die Eisenbahndirektion Trier die Anlage einer Fußgängerbrücke neben der Eisenbahnbrücke ablehnte, trat die Gemeinde Güls dafür ein. Die Kosten für den Fußgängersteges oberhalb der Brücke anliegend, von 1,55 Meter Breite, bestehend aus einer Eisenkonstruktion, mit Eichenbohlen belegt und den Zugang auf der Gülser Seite hat Güls übernommen. Als Gegenleistung hat Güls das Recht bekommen ein Brückengeld zu erheben.
Die Stadt Koblenz war nicht bereit sich an den Kosten zu beteiligen. In Koblenz war bereits die heutige Europabrücke in der Planung. Für den Bau des Fußgängersteges an der Gülser Eisenbahnbrücke fand sich die Stadt Koblenz lediglich dazu bereit, die Zufahrtswege auf der Moselweißer Seite zu bauen.
Das Brückengeld wurde bis zum 1. Januar 1959 an einem Kassenhäuschen abkassiert.
Als die Holzbohlen in die Jahre gekommen waren, konnte es passieren, dass ein Kinderwagenrad hineinrutschte. Die Bohlen wurden daraufhin erneuert und der Steg wurde am 29. September 1965 wieder dem Verkehr übergeben.
Im August 1986 waren dann erneut größere Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Die Brücke wurde damals für 225.000 DM aufwendig repariert.
Die Bohlen werden regelmäßig übrprüft und gegebenenfalls ausgetauscht. Mann kann die ausgetauschten Bohlen gut an den glänzenden Schrauben erkennen.
Anfang 2012 wurde der Fußgängersteg einer erneuten gründlichen Überprüfung unterzogen. Hierbei stelle man fest, dass umfangreiche Instandsetzungsarbeiten erfoderlich sind um den Benutzern auch weiterhin ein sicheres Überqueren der Brücke zu ermöglichen. Gleichzeitig wurden die Planungen zur Erneuerung des Fußgängersteges eingeleitet.

In der Aufstellung des Landes Rheinland-Pfalz von Dezember 2013 findet man die Eisenbahnbrücke als Kulturdenkmal aufgelistet.
2014 soll der Fußgängersteg der Brücke erneuert werden. Ein Termin steht noch nicht fest.
© Hans Geißen, Koblenz.

Mehr Informationen finden Sie in dem Buch "Leben am Fluß", dass im Ortsvorsteherbüro in Güls zu erwerben ist.


Berichte der Rhein-Zeitung Koblenz

Bilderstrecke: Ausgabe vom 23. Mai 2012

Zeitungsartikel vom 24. Mai 2012


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http://de.wikipedia.org/wiki/Gülser_Eisenbahnbrücke

Historie über den Fußgängersteg. www.museum.moselweiss.de